Skihochtouren Wallis 2016

Montag 02. – Samstag 07.05.2016

von Elke Weinfurtner

Am Montag den 21.03.2016 treffen wir uns abends zur Vorbesprechung der Tour im Flötzinger Bräustüberl. Thomas stellt uns die Tourenplanung vor, es werden Karten studiert, die Ausrüstungsliste abgestimmt, die Gruppenausrüstung verteilt. Auch die Wetteraussichten sind kurz Thema, denn schließlich wissen die meisten Teilnehmer um das Wetterglück von Thomas. Für alle Leser die ihn noch nicht kennen, bis zur Wallis Tour waren wir uns ziemlich sicher, dass ‚Sonne‘ für ihn ein Fremdwort ist. Zum Abschluss des Treffens vereinbaren wir Abfahrtszeitpunkt und -ort und gehen mit Vorfreude nach Hause.

Vier Tage vor dem eigentlichen Tourenstart ist es dann soweit. Die Nachricht, dass das Wetter miserabel ist trifft bei uns allen ein. Das Gute ist, dass es ab Montag ein Schönwetterfenster geben wird. Wir verschieben also die Tour um 2 Tage nach hinten. Als Konsequenz daraus ändert sich sowohl die Teilnehmerliste als auch die Planung fast vollständig. Da die Monte Rosa Hütte wegen Christi Himmelfahrt ausgebucht ist fallen Dufourspitze und Nordend aus, stattdessen geht es über die italienische Grenze. Aber dazu im Folgenden mehr.

Letztendlich starten wir also Montagfrüh um fünf Uhr vom P+R Parkplatz in Raubling ins Mattertal. Wir, das sind Thomas Sigrüner, Michael Schlatter, Stefan Jenuwein, Hans Objartel und Elke Weinfurtner. Nach ungefähr 7 Stunden Fahrt gelangen wir nach Täsch und merken, dass der Wetterbericht gestimmt hat. Auf unserer Anfahrtsstraße nach Täschberg liegt Schnee. Da wir mit zwei Allrad-Autos unterwegs sind fahren wir weiter, bleiben aber kurz vor dem Ziel doch noch stecken. Jetzt heißt es den Weg bis zum Parkplatz frei schaufeln. Aufgrund der langen Anfahrt geht es danach nur noch bis zur Täschhütte (2.701m). Entgegen unserer ursprünglichen Erwartungen müssen wir die Ski nicht tragen. Der Schneefall der letzten Tage beschert uns einen Aufstieg mit Skiern an den Füßen. An der Hütte treffen wir auf einen äußerst unfreundlichen Wirt, nur eine weitere Gruppe Skitourengeher und später noch auf den Hüttenfuchs.

Am Dienstag steigen wir morgens von der Hütte zum Allalinpass. Dabei haben wir stets das Matterhorn im Rücken. Bevor die Sonne uns erreicht ist es bitterkalt, aber wir werden mit einem bezaubernden Sonnenaufgang belohnt.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Vom Allalinpass fahren wir kurz ab um dann erneut anzusteigen. Unser Ziel ist das Strahlhorn (4.190m). Auf dem Weg dorthin zieht das Wetter etwas zu, sodass wir am Gipfel außer dem Kreuz nur Nebel sehen können.

Da wir alle noch nicht sehr gut akklimatisiert sind ist ohnehin dem ein oder anderen etwas schwindlig. Wir bleiben also nicht lange. Es gibt ein paar Fotos, einen Müsliriegel und dann machen wir uns auf den Weg zur Britanniahütte (3.030m).

Die Hütte ist von Saas Fee mit dem Lift am Egginerjoch in wenigen Minuten zu erreichen, daher ist sie eine der meist besuchten Hütten des SAC und dementsprechend voll. Dennoch sind Service und Essen sehr gut, im Vergleich zum Hüttenwirterlebnis vom Vortag gibt es hier nix zu meckern.

Am nächsten Tag geht es auf bekanntem Weg zurück zum Allalinpass und dann weiter auf den Alphubel (4.206m). Wir dürfen den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein und eine Spitzenaussicht in alle Richtungen genießen.

Wallis

Links Strahlhorn, Rechts Rimpfischhorn

Am Gipfel ist es dann zwar sehr windig, aber bei der Aussicht nehmen wir das gern in Kauf. Spätestens hier glauben wir es dem Thomas dann doch. Er kann es, selten aber manchmal auch bei Sonnenschein und nach dem vielen Schwitzen tut ein wenig Frischluft auch ganz gut.

Wallis

Stefan, Michael

Wallis

Hans, Elke

Unsere Gipfelrast ist dann aber doch eher kurz und wir machen uns auf den Weg ins Tal. Die Abfahrt ist etwas holpriger als am Vortag. Wir finden viele verschiedene, dem Tourengeher aber durchaus bekannte Schneearten. Unterhalb der Täschhütte wird der Schnee schnell weniger. Wir können direkt sehen, wie die Sonnentage den erst am Wochenende gefallenen Neuschnee schmelzen. Doch auch hier haben wir wieder Glück. Nach dem Motto ‚besser schlecht gefahren als gut getragen‘ finden wir noch genug Schnee um fast bis zum Auto abzufahren. Vom Parkplatz geht es nach Herbriggen ins Hotel Bergfreund. Dort wartet Rosi mit herzlicher Gastlichkeit, einem Zimmer mit Dusche und einem leckeren 4 Gänge Menü auf uns.

Am Donnerstag dürfen wir länger schlafen, da wir mit dem ersten Lift um 8.30 Uhr ins Skigebiet Zermatt, genauer gesagt zum Trockenen Steg fahren. Wir zwängen uns also mit Pistlern und anderen Skihochtourlern in die erste Gondel. Vom Trockenen Steg fahren wir hinab zur Liftstation Schwarzsee. Von dort folgt ein kurzer Anstieg im Skigebiet und eine lange Querung in Richtung Talschluss unterhalb der Schönbielhütte. Als wir am eigentlichen Ausgangspunkt unseres Anstiegs ankommen haben wir bereits 10 km rund um Matterhorn und Dent d’Hérens zurückgelegt.

Wallis

Dent d’Hérens

Mit den beiden Riesen im Rücken lassen wir die Schönbielhütte rechts liegen und steigen in einem Bogen in Richtung Col de Valpellin (3.557m) auf. Dieser Pass stellt auch die Grenze zwischen Schweiz und Italien dar. Wir fellen ab und wedeln hinunter. Leider ziehen grade in diesen Minuten Nebelschwaden durch und wir verpassen wegen fehlender Sicht den Übergang zum Rifugio Aosta. Davon wissen wir zu dem Zeitpunkt aber noch nichts und genießen erst einmal die schöne Abfahrt. Unten angekommen merken wir es dann ziemlich schnell. Da sich die Sicht wieder gebessert hat sehen wir nun auch den Übergang. Wir fellen also wieder an und steigen zum Col de la Division (3.314m) auf. Da der Übergang steil und voll mit Schnee ist beschließen wir abzuseilen. Es folgt eine sulzige Abfahrt und bis zur letzten Minute können wir das Refugio nicht sehen, da es so geschickt in den Hang gebaut ist. Am Rifugio Aosta (2.788) angekommen werden wir von Diego dem Hüttenwirt freudig begrüßt. Er hatte mit dem Essen auf uns gewartet. Diego ist eine wahre Schau, er kocht extrem lecker, schenkt selbst angesetzten Schnaps aus und macht Frühstück wann immer die Gäste wollen. Nicht zuletzt wegen den schiefen Zähnen, den Dreadlocks und dem Blaumann ist er eine wahre Erscheinung. Die Hütte war die einfachste auf der Tour, es gab keinen Strom, kein Wasser und ein Außen-Plumpsklo umgeben von einem Wellblechhäuschen. Dank Diego war sie auch die herzlichste und schönste Hütte der Tour.

Am Morgen des nächsten Tages steigen wir mit Steigeisen den gefrorenen Hang zum Col de la Division wieder auf. Um den Übergang zu passieren benutzen wir wieder das Seil. Thomas legt ein Fixseil und wir anderen klettern mit Prusik gesichert daran hoch.

Wallis Wallis

Col de la Vision

Aufsteigen am Seil

Danach geht es mit den Skiern hinauf auf den Téte de Valpelline (3.802m). Dort genießen wir noch einmal die Aussicht auf Matterhorn und Dent d’Hérens sowie in der Ferne auf Mont Blanc und Gran Paradiso. Eben den ganzen Rundumblick bei strahlendem Sonnenschein. Nach einer kleinen Brotzeit machen wir uns auf den Rückweg Richtung Zermatt. Dort verbringen wir noch einmal eine Schlemmer-Übernachtung bei Rosi fahren wir am nächsten Morgen zurück nach Hause.

Eins ist sicher, Thomas kann auch bei Sonnenschein Touren gehen. Als Beweis dafür haben wir alle einen Sonnenbrand im Gesicht. Mal sehen ob diese Wetter-Glückssträhne auch bei den nächsten Bergbund-Touren anhält. Wir wünschen viel Glück dabei.

Wallis

Gipfel des Téte de Valpelline


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