Twisten über Pulverschnee
Skitourenkurs 2013
25.01. – 27.01.2013

von Elke Weinfurtner

Ich durfte bereits das zweite Mal dabei sein und es war wieder wunderbar. Unser Lawinen-Wochenende startete, wie letztes Jahr auch, mit dem Vorbereitungsabend. Dabei erfuhren wir von unseren ‚Guides‘, dass es dieses Mal auch für sie abenteuerlich wird und sie deshalb ein wenig nervös sind. Der Grund dafür war, dass wir 30 Personen mit 5 Führern sein sollten. Für ein solches Vorhaben eine ziemlich große Gruppe. Wir Ortsansässigen wunderten uns nach der Vorstellungsrunde, dass der Bergbund soweit über den Landkreis hinaus Zulauf findet. Neben bekannten Gesichtern hatten wir Teilnehmer aus Wien, Karlsruhe, Garmisch und vom Ammersee dabei. Es klärte sich jedoch später auf, dass der Bergbund nicht die neue In-Sektion ist, sondern die Teilnehmer über Kontakte zu uns kamen.

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Morgenlicht

Eine der 5 Gruppen

Am Freitag, den 25.01.2013 trafen sich, nach ein paar Absagen, 4 Guides und 24 Teilnehmer gegen 15.30 Uhr am Parkplatz in Lager Walchen. Nach Auspacken und Begrüßung verteilten wir uns auf 4 Gruppen. Noch vor dem Start hatten wir ein paar Unwägbarkeiten zu bewältigen. Bei dem Einen ging der Pieps nicht, bei dem Andern passten die Schuhe nicht zum Ski und der Rest fror ein wenig beim Warten. Doch unsere Guides waren vielseitig und fanden für alles eine Lösung. Wir ‚plattelten‘ also los, wie der Niederhuber zu sagen pflegte. Bei leichtem Schneefall, während es langsam dunkler wurde, folgten wir der Militärstraße bis zur Lizumer Hütte (2019m). Nacheinander kamen wir dort an, bezogen unsere Zimmer und fanden uns – manche früher, manche später – in der Gaststube ein. Nach einem Drei-Gänge-Abendessen machten sich alle Gruppen an die Tourenplanung für den nächsten Tag. Es wurden Lawinenbericht, Karten und Skitourenbücher des Gebiets studiert…

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Planung

Übung

Start am Samstag war je nach Gruppe zwischen 8.30 und 9.30 Uhr. Die Gruppen um Peter, Sabine und Stefan hatten alle das gleiche Ziel: Den Geier (2857m).

Sie liefen bei rund -10 Grad im Schatten der Lizumer Sonnenspitze, weshalb alle zu Beginn ein wenig froren. Gleichzeitig waren alle in freudiger Erwartung, denn sie liefen ja der Sonne entgegen. Die jungen Wilden, also Stefans Gruppe voraus, in der Mitte Peter’s Plattler und Sabine mit den Ammerseern hinterher.

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Geht's da..

Reach the sun

Alle Gruppen beschäftigten sich im Laufe des Samstags mit der Verschüttetensuche und der Sicherheit in unserem Gebiet. Im Vergleich zum letzten Jahr hatten wir diesmal einen Zweier anstatt einen Vierer. Während des Anstiegs wurden Windzeichen, Spuranlage und Hangneigungen besprochen. Zur Beurteilung des Schneedeckenaufbaus grub Peters Gruppe ein Schneeprofil und stellte fest, dass nicht mal ein Elefant diesen Block lostreten könnte. Eine gut gesetzte Schneedecke mit leichtem, neuem Pulverschnee oben auf: Beste Bedingungen also. Alle drei Gruppen kamen zwar zu unterschiedlichen Zeiten, aber wohlauf und gut gelaunt am Geier an. Die Abfahrt wurde unterschiedlich gewählt, aber alle fanden zumindest teilweise noch unverspurten Pulverschnee.

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Eine andere der 5 Gruppen

In der Spur

Nach einem längeren Aufstieg vom Vorabend ging es bei Pia erst um 10:00 Uhr mit Routenplanung und einem ausgiebigen Studium des Lawinenlageberichts los. Das Ziel des Tages sollte die Mölser Sonnspitz sein. Da der Gipfelaufschwung sehr abgeblasen war und die abfahrenden Tourengänger kein glückliches Gesicht machten, sparten sie sich den Gipfel und machten eine kurze Rast in einer unbenannten Scharte. Die Gruppe hatte Glück mit der Sonne, erst bei der Abfahrt wurde sie vom Schatten eingeholt. Dazwischen wurde auf einem Almengrund ausgiebig Schnee von einer Seite auf die Andere geschaufelt. Dabei wurde das Schneeprofil begutachtet und Schwachschichten entdeckt.

Zum Abendessen trafen sich alle wieder auf der Lizumer Hütte. Nach dem Abendessen ging es, schon fast aus Gewohnheit wieder an die Tourenplanung.

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Lizumer Boden

Der Chef

Da die Gruppen den ersten Tag unterschiedlich in den Beinen spürten, gestaltete sich auch die Tourenwahl für Sonntag ganz individuell. Stefans Gruppe bestieg das Junsjoch und Peters Gruppe erklomm die Torspitze. Die beiden Gruppen trafen sich zum Mittagskaffee noch einmal an der Hütte, während die beiden Gruppen um Sabine und Pia den Weg über den Mölser Berg nahm. Unterwegs machten sie an einer sonnigen Alm nochmals intensiv Ausbildung: Schneeprofil und Rutschblock wurden gegraben, Verschüttetensuche geübt, Verhaltensweisen im Notfall besprochen. Das war bei Sabine am Tag zuvor aufgrund der Kälte etwas kurz gekommen. Stefans junge Wilde hatten noch nicht genug und stiegen erneut an, auch auf den Mölser Berg. Peters Gruppe chillte stattdessen ein wenig länger in der Sonne an der Hüttenwand. Wir trafen uns alle am Parkplatz in Lager Walchen wieder, von wo aus wir gemeinsam die Heimreise antraten.

Das Resümee lautete von allen Seiten gleich: Super Bedingungen, Super Wetter, Super Leute, alles Super.


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