Coming Home
Durch das Mangfallgebirge von Lenggries nach Rosenheim
24.10. - 25.10.15

von Markus Tiefenthaler

Gepokert und gewonnen! Die Wochenenden vorher wäre es absolut kein Spass gewesen, mit dem Mountainbike zu fahren, aber an diesem vorletzten Oktoberwochenende meinte es das Wetter nochmal gut (wie auch an vielen Wochenenden noch später, aber wer kann das schon ahnen) mit uns Bergradlern. Daher starteten wir - wie geplant - zeitig mit dem Zug in Rosenheim zur Fahrt nach Lenggries. Knapp war es nur geworden, weil ich kein Qartier schon lange vorher reservieren wollte. Wer weiß schon, ob das alles so funktioniert. Daher waren einige Mails und Anrufe notwendig gewesen um eine preislich akzeptable Unterkunft für eine Nacht an einem schönen Wochenende am Spitzing zu finden. Hatte aber auch noch geklappt.

In Lenggries angekommen die erste Überraschung (zumindest für die Teilnehmer), denn ungewohnter Weise begab ich mich zuerst in eine nette Bäckerei auf eine Butterbreze und einen schönen Kaffee. Wiederspruch gab es allerdings keinen. Die Sonne kroch aber immer noch gerade erst über die Berge, als wir bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zum ersten Anstieg rollten. Der führte uns am Schloss Hohenburg vorbei durch das Hirschbachtal zum Hirschtalsattel. Dann öffnete sich die Sicht nach Osten und damit war auch der Weg für die Sonne frei. Wunderschönes Almgelände brachte uns an den Neuhütten-Almen vorbei zur Auer Alm. Eine zweite Einkehr war fällig, wer kann da schon vorbei fahren.

Mangfallgebirge Mangfallgebirge

Frühstück

Der Blick wird frei

Gestärkt brachten wir die Abfahrt bis zur Abzweigung im Söllbachtal gegen den zunehmenden Strom an herbstlichen Hüttenwanderen hinter uns. Nach rechts abzweigend verließen wir den Mainstream und fuhren über Bauer in der Au wieder bergauf. Die neue Forststraße Richtung Hirschberghaus überraschte mit weichem Boden und heftiger Steigung bevor der alte Weg wieder erkennbar war und eine Schiebestrecke den Anschluss an die Forststraße unterhalb des Hirschberghauses ermöglichte. Oktober wie im Bilderbuch mit gelb und rot brennenden Laubwäldern überall. Eine weitere Abfahrt nach Scharling endete (nicht schon wieder) beim Wirt, denn es war Mittag geworden.

Mangfallgebirge Mangfallgebirge

Aueralm

Herbstwald

Nach dem Essen haben wir zuerst beschlossen, uns die Variante über den Wallberg zu schenken und das war wohl getan, denn auch so wurde es schon recht spät, bis wir unser Quartier am Spitzingsee erreichten. Länger als gedacht dauerte die Fahrt zuerst talaus an der Weißach entlang und dann durch die kleinen Weiler bei Rottach-Egern nach Kühzagl. Wieder ging es, nun schon im Licht der sinkenden Sonne, bergauf entlang des Kühzaglbaches zur Unteren Freudenreichalm und von dort in einer weiteren Schiebestrecke auf den Freudenreichsattel. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichten wir die Obere Firstalm. Da hier auch schon einige an den Aufbruch dachten, nutzen wir die frei werdenden Plätze auf der Terasse für eine letzte Rast, bevor wir nach wenigen Metern bergab unser Quartier erreicht hatten.

Mangfallgebirge Mangfallgebirge

Weißach bei Rottach

Spitzingsee

Der nächste Tag war eher gemischt angesagt, aber die Sonne hielt sich tapfer und erst am Nachmittag zog es endgültig zu. Da leider, wie immer häufiger, kein frühes Frühstück möglich war, kamen wir erst gegen 9:00 Uhr in den Sattel und radelten um den Spitzigsee herum bis auf die Straße in Richtung Valepp. Aber bereits an der Waitzinger-Alm verliesen wir die geteerte Fahrbahn um wieder bergradl-gerechter den Pfanngraben nach oben zu radeln. Tolle Gumpen luden uns heute dennoch nicht zum Baden ein. Ein unmarkierter Abzweig bei einer kleinen Brücke führte auf einen alten Pfad der abwechslungsreich und flach den Anschluss auf die Forststraße um den Pfannkopf und weiter zum Elendsattel bildete.

Mangfallgebirge Mangfallgebirge

Pfanngraben

Gumpen

Einigermaßen warme Kleidung war dann aber doch brauchbar für die Abfahrt über die Kloo-Ascher-Alm zum Ursprungpaß. Heute war die Versorgungssituation eher bedenklich, denn der Zipflwirt wurde renoviert und die Bäckenalm war noch geschlossen. So mussten dann ein paar Riegel reichen für die folgende Auffahrt zu den Trainsalmen. Wir hatten diesen Weg über die Sonnenseite logischerweise der schattigen Fahrt im Nesseltal vorgezogen. Auf der Trainsalm wurde auch bereits gepackt und so konnten wir dort nur noch ein letztes Radler auf den wiederaufgestellten Bänken und Tischen ergattern. Vor der Freigabe der Straße wurden Bergradler hier eher ungnädig bis zum körperlichen Angriff behandelt, aber die Zeiten sind Gottseidank vorbei.

Mangfallgebirge Mangfallgebirge

In der Sonne

Letzter Schluck

Mit geringen Höhenunterschieden und immer wieder schönen Blicken ins Thierseer Tal und in den Kaiser führte die Straße entlang des Vorderen Sonnberges weiter bis man dann wieder ins Bayerische wechseln konnte zur Abfahrt in das Gießenbachtal. Jetzt war es allmählich höchte Zeit für etwas zum Beißen geworden. Daher zogen sich die letzten Meter über die Rechenau bis zur Buchenau auch noch etwas. Die Wirtschaft dort hatte zwar offen, aber da wir nun etwas spät dran waren, war die Küche schon recht ausgebombt. Die Wirtin bemühte sich nach Kräften und so kamen auch wir wieder zu den unseren. Die brauchten wir auch noch für die knackige Auffahrt zu den Lengau-Almen. Erste Regentropfen dort erübrigten die Frage nach noch möglichen Alternativen und über den Waldparkplatz und die Mautstraße ging es auf kürzestem Weg zurück nach Brannenburg. Hier spalteten sich Bahnfahrer (nach München) von den Nussdorfern, dem Flintsbacher und der Rosenheim Fraktion ab und kurz und schmerzlos klangen zwei Radltage in unserer Heimat aus, in denen wir doch auch noch das eine oder andere Neue sehen durften. Eine Extravorstellung Abendlicht auf dem Heuberg gab uns noch das Geleit in Richtung Rosenheim.

Mangfallgebirge Mangfallgebirge

Kaiserlich

Abendlicht


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