Radltour im Karwendel
Ausgebauter Klassiker
09.10. – 10.10.2010

von Heidi Tiefenthaler

1. Tag: Vorderriß - Soierntal - Fischbachalm - Krün - Scharnitz - Karwendelhaus
1700 HM

Anfang Oktober, da kann es ganz schön kalt werden für den Radlfahrer. Startet man zusätzlich um 8 Uhr morgens tief im Isartal, kann man sogar sicher sein, dass es kalt wird. Dicker Morgennebel begrüßt uns denn auch am Gasthof Post in Vorderriß – gemütlich ist was anderes. Aber da und dort lässt sich schon etwas Himmelblau erahnen. Also aufgesattelt und los geht’s: Tourenführer Markus und sechs Frauen im Gefolge. Über den Soiernweg fahren wir immer Richtung Fischbachalm, wo sich sechs von sieben Radlern den ersten Kaffee erhoffen. Die Sonne hat sich inzwischen durchgesetzt und lässt uns bereits jetzt vermuten: Mit diesem Wochenende haben wir alles richtig gemacht! Die Buchen rundum „farbeln“ um die Wette und die Soiernspitz schneidet mit ihren Nachbargipfeln einen messerscharfen Grat in den Herbsthimmel. Windstopper, Stirnbänder, Ärm- und Beinlinge landen in den Rucksäcken und selbst die geschlossene Fischbachalm erträgt man auf dem Sonnenbankerl mit Anstand.

Gruppe

Soierntal

Nach schöner Abfahrt geht’s weiter über Krün nach Mittenwald, wo wir die Edeka leer kaufen (Semmeln braucht um die Zeit eh’ keiner mehr). Der nächste kuhdungfreie Platz im Isartal gehört uns und manch einer wähnt sich angesichts schmelzender Wurst und Schoggi mitten im Sommer. Wir fahren weiter Richtung Scharnitz und von dort aus nauf, nauf, nauf – immer Richtung Karwendelhaus. Und auch wenn man’s schon x-mal gesehen hat: Schöner als an diesem Herbsttag war es nie, das Karwendeltal. Auf der Hütte angekommen, dämmert’s bereits und die Kälte kommt zurück. 60 Kilometer und 1700 Höhenmeter liegen hinter uns.

Karwendel

Karwendeltal

2. Tag: Karwendelhaus - Kleiner Ahornboden - Spielißjoch - Laliderertal - Hinterriß - Vereinalm - Wallgau - Isartal - Vorderriß
1200 HM

Herbst

Ahornboden

Am nächsten Tag geht es bei schönstem Sonnenschein zum Hochalmsattel hinauf wo sich die Truppe in zwei Gruppen spaltet: in die Narrischen (Fußweg) und die Genussfahrer (Forststraße). Unten, im Kleinen Ahornboden trifft man sich wieder; einige mit ein paar blauen Flecken mehr als vorher. Von hier fahren (oder schieben) wir Richtung Falkenhütte. Rechts wachsen die Lalidererwände immer mächtiger in den Himmel, vom lieblichen Voralpenflair ist hier nicht mehr viel zu spüren. Hier macht das Karwendel Ernst.

Laliderer

Laliderer

Über’s Spielissjoch schieben wir im Schatten der Lalidererwände hinunter ins Laliderertal, wo alles wieder ganz nett und heimelig ist. Die Sonne schafft es gerade noch bis zu den paar gepflegten Almen, die statt Kühen überwiegend nur noch Münchner beherbergen. Uns soll’s gleich sein, wir legen eine Brotzeit ein und rollen mit deutlich leichteren Rucksäcken hinunter nach Hinterriß. Das war mächtig anstrengend und deswegen gibt es dort auch ein schönes Stück Kuchen für alle. Ein schönes, gut fahrbares Wegerl führt uns dann wieder hinauf Richtung Vereinalm, die wir schließlich über etliche schweißtreibende Forstwegkehren erreichen. Eine letzte Rast vor der Vereinalm und dann geht es im aufsteigenden Nebel hinunter nach Mittenwald und über Krün durch das Isartal zurück nach Vorderriß (1200 HM, 80 km)

Rast

Letzte Pause

Abend

Rückkehr in der Abenddämmerung


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