Jugendskitour Griesner Kar

von Markus Tiefenthaler

Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen hatten wir die Jugendskitour im Februar von Sonntag, 21.02 auf Samstag, 20.02 verlegt und dafür sind wir im Nachhinein dankbar. Das Wetter am Sonntag nach dem Einbruch der Warmfront mit Regen und Sturm wäre wirklich bescheiden gewesen.

Griesner Kar

Ostkaiser im Morgenlicht

Griesner Kar

Ostkaiser im Morgenlicht

Gestern morgen jedoch funkelten beim Aufstehen noch die Sterne und der Wetterbericht hatte bis Mittag brauchbares Wetter angesagt. Daher zeitiger Aufbruch um 6:30. Bei der Anfahrt leuchtete bereits das Lärcheck in der Morgensonne und erst wenige Aspiranten hatten sich auf dem Parkplatz an der Mautstelle eingefunden. Ich hatte entschieden, dass wir das Griesner Kar "bei fair means" angehen, also kein Transport ab der Mautstelle zur Griesner Alm. Der Wirt verlangt auch pro Person 5,- EUR, für eine schwache Stunde Gehzeit ist das fast schon Mindestlohn.

Griesner Kar

Im Griesner Kar

Im Kar selber fehlt einfach ein Haufen Schnee. Steine und Latschen sind schlecht überdeckt, noch dazu haben große Lawinen aus den Steilwänden links und rechts Brocken aus hart gefrorenem Schnee in allen Größen hinterlassen, die nun vom Neuschnee der letzten Tage mehr oder weniger bedeckt waren und die Vermutung auf eine interessante Abfahrt zuließen.

Zuerst ging es aber in vielen Kehren nach oben über die erste Steilstufe. Hilfreich, wenn man die Spitzkehre aus dem ff konnte. Das war aber nur die Ouvertüre zur Spitzkehrenorgie später.

Griesner Kar

Zum Schönwetter Fensterl

Griesner Kar

Zum Schönwetter Fensterl

Der Wind lebte zusehends auf und von Mitterkaiser, Hochgrubach und Ackerlspitze floß eine andauernder Spinndrift in das Kar. So waren die Pausen kurz auf dem Weg bis zur Fritz-Pflaum-Hütte. Dort angelangt konnten wir sehen, dass bereits mehrere Leute das Schönwetter Fensterl angespurt hatten und wie bereits gesagt, hier fand der eigentliche Spitzkehrenrausch statt, denn ein Gehen ohne Ski wäre nicht möglich gewesen. Ca. 40cm gesetzter und leicht windbeinflusster Pulver gut verbunden mit einer recht harten Unterlage. Auch wir verfolgten die Spur zum Fensterl, die sich ganz gut begehen lies. Erst als von oben die ersten Abfahrer herunter kamen wurde es recht mühsam, denn nun war die ganze Spur mit sehr lockerem Schnee verschüttet und auch wir bekamen nun unseren Teil an Spurarbeit ab.

Griesner Kar

Spitzkehrig

Die erste Gruppe hatte ca. 50 HM unter der Scharte aufgegeben aber bei Luggi gibt es das eher nicht und er wühlte sich nun zu Fuß die letzten Höhenmeter durch. Wir alle folgten und es ist dann schon immer wieder ein Aha-Erlebnis, wenn sich oben der Blick nach Süden in die Hohen Tauern öffnet (Das Bild zeigt aber den Blick nach Norden).

Griesner Kar

Fensterln

Der Himmel war nun bereits stark bedeckt und die Sicht war diffus geworden. Ein paar Meter hoch in Richtung Hochgrubachspitze zeigten schnell, dass das heute ohne Steigeisen zu gefährlich gewesen wäre. So bauten wir rasch unsere Ausrüstung um und fuhren zuerst Einzeln, später mit Sicherheitsabstand die ersten steilen Meter nach unten. Es lief aber ganz gut, denn heute waren die Verhältnisse eben so, dass ein Sturz keine üblen Folgen haben würde, wie wenn das Fensterl hart ist. Teilweise mit schlechter Bodensicht wegen der Spinndrift und des nachrutschenden Schnees fuhren wir ab bis in die Grube und nach kurzem Gegenanstieg standen wir wieder an der Pflaum-Hütte.

Ganz rechts im Kar war die Abfahrt dann brauchbar, völlig entspannt war das Fahren aber nicht, denn immer konnten heimtückische Steine oder Eisbrocken unter dem Schnee lauern. Alle waren wir dann überrascht, wie lange die Loipe von der Griesner Alm zurück zum Parkplatz ist. Das waren wir alles am Morgen gegangen? Durchaus müde aber recht zufrieden mit der Tour traten wir die Heimfahrt an.


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