Skikurs 2004
Ein voller Erfolg

Geschafft! Die Spitzingseestraße war besser geräumt wie befürchtet, als wir am 2. Januar 2004 zu unserem Skikurs Richtung Taubensteinbahn fuhren. Wenn auch beim Autofahren der Schnee nicht angenehm ist, so waren wir doch alle froh, dass sich die weiße Pracht pünktlich einstellt hatte und wir den Skikurs nicht wieder (wie letztes Jahr) absagen mussten wegen Schneemangels. Nach der kleinen Verhandelei am Liftkartenschalter hatte glücklich jeder seine Chipkarte in der Tasche und wir schwebten mit Sack und Pack in der Kabinenbahn Richtung Taubenstein. Ziel war heuer die Obere Maxlrainer Alm, die wir nach mühsamer Hüttensuche im Herbst in letzter Minute ausfindig gemacht hatten. Der Vorteil dieser Alm ist der hütteneigene Schlepplift, der extra für uns gelaufen wäre, hätte die Taubensteinbahn wegen der letztjährigen Insolvenz den Betrieb tatsächlich nicht eröffnet. Wir hatten uns schon darauf eingestellt, zu Fuß zur Maxlrainer Alm zu wandern und den Skikurs "nur" an dem gar nicht so schlechten Schlepplift abzuhalten.

Armer schwarzer Kater

Armer schwarzer Kater

Den ersten steilen Hang mussten alle überwinden, auch die Kleinsten und die Erwachsenen mit großem Gepäck. An der Hütte wurden schnell die Rucksäcke abgestellt und schon ging es an die Gruppeneinteilung. Die Erwachsenen übernahm unser altbewährter Manne mit seiner 35 jährigen Skilehrererfahrung, dessen Tipps selbst gute Skifahrer zu schätzen wissen. Die kleinen mit einjähriger Skierfahrung gingen gleich zur Bärbel, die restlichen 16 Kinder durften "vorfahren". Klaus übernahm Gruppe II, Gerhard Gruppe III und Michi Gruppe IV mit den älteren und schnelleren. Schon ging’s "ab auf die Piste" für die erste Stunde Skikurs, bis um 12:00 in der Alm die Suppe auf dem Tisch stand.

Nachmittags von 13:00 bis 16:00 war wieder Skikurs angesagt. Die Skitourengruppe rückte Richtung Jägerkamp aus und wollte eigentlich bald wieder zurück sein. Der plötzliche dichte Nebel erschwerte die Routenfindung und ohne unseren Tourenführer Maxl hätten wir uns wahrscheinlich endlos verlaufen. So kamen wir wenigsten kurz vor dem Dunkelwerden zur Hütte. Um 17:30 gab es Abendessen und dem Apréski stand nichts mehr im Wege. Bei den Buben wurden die Kämpfe um die Rangordnung im geräumigen 10er Lager ausgetragen. Auch die Kleinen im ebenfalls geräumigen 10er Famielienlager lieferten sich die ersten Rangeleien, wobei Klein-Felicia tapfer mit den Buben mithielt. Dummerweise hatte ich mich zur "Skikursmutter" erklärt und versprochen, mich um alle Sorgen und Nöte der Kinder zu kümmern. So wurde ich bei kleinen und großen Unstimmigkeiten einbezogen, doch mit der Zeit lernte ich meine Pappenheimer kennen. Um 21:00 rief Rainer zum allgemeinen Zähneputzen und Zubettgehen. Fast ohne Murren trabten alle zum Waschraum und um 21:30 lagen tatsächlich alle brav in ihren Lagern. Was der Gruppenzwang doch alles bewirkt, oder war es einfach nur Müdigkeit?

2. Tag - strahlender Sonnenschein!
Um 8:00 saßen alle beim fürstlichen Frühstück und um 9:00 ging’s wieder auf die Piste. Es war schon ein ziemliches Durcheinander, bis alle Skischuhe, Helme, Handschuhe usw. anhatten. Da half auch mal jemand ohne Kinder, die Skischuhe zuzumachen, wenn zwei Kinderaugen baten: "Kannst du mir mal helfen?"
Flaschensteigen

Flaschensteigen

 

 

 

Als glücklich alle mit ihren Skilehrern unterwegs waren, brach die Tourengruppe zur Rotwandreibn auf. Felle rauf und Felle runter - 3 Gipfel - 3 unverspurte Pulverhänge! Ein gigantischer Blick auf die weißen Gipfel, die in der schrägen Nachmittagssonne aus dem Nebelmeer ragten, belohnte uns. Nach diesem Tag waren wir alle kaputt, aber glücklich, denn so hatten wir uns den "Skikurs" erträumt.

Der dorade Schuasta

Der Schuster








Heute Abend standen Hüttenspiele auf dem Plan. Schnell waren ein paar Utensilien (Besenstiel, Wassertrog, etc.) besorgt, ein Tisch rausgeräumt, die Bänke im Kreis aufgestellt und schon waren sämtliche Plätze besetzt. Gerhard als erfahrener Spieleleiter begann mit "Armer schwarzer Kater". Nächstes Spiel: "Flaschensteigen", altbewährt von allen früheren Skikursen, riskierten wieder genügend "Neue" den Schritt ins kalte Nass. Die Stimmung kam zum Höhepunkt beim "Oachkatzlrennerts". Kaum zu glauben, wie wild alle darauf waren, sich von Gerhard auf die Oberschenkel schlagen zu lassen. Zum Schluss kam noch der "Schuster" - von Manne seit Jahrzehnten gespielt - auf ihn fielen unsere Skilehrer vor Jahren selbst rein. Im Nu war es 21:00 und schweren Herzens trotteten wieder alle brav in den Waschraum.

3. Tag: Wetter grau aber nicht schlecht, heute Nachmittag Skirennen!

Die Aufregung brach beim Frühstück schon aus, doch am Vormittag wurde noch trainiert und durch die "Hütchen" gefahren. Nach der Mittagssuppe bereiteten die Skilehrer den Lauf vor, die Startnummern wurden verteilt, Posten aufgestellt und schon ging es los. Aufgeregt rasten alle Teilnehmer durch die Hütchen, auch Tourengruppe und Skilehrer. Zur Entspannung durften beim "Freifahren" die Kinder ihren Eltern die neuen Fahrkünste zeigen. Der Ergeiz der Kleinen ist oft erstaunlich, z.B. fuhr Klein-Lukas (der Jüngste) an diesem Nachmittag bei mittlerweile heftigem Schneetreiben als letzter im Lift nach oben.

Oachkatzlrennerts

Oachkatzlrennerts

 

Nach dem Abendessen fieberten alle der Siegerehrung entgegen. Schnell wurde das Bierkastenstockerl aufgebaut und los ging’s. In jeder Gruppe gab es eine Gold-, eine Silber- und viele Bronzemedaillen zu vergeben, das Allerwichtigste an einem Skirennen! Die Erwachsenen verdienten sich je eine süße Goldkugel, wobei die "Zeiten" hier schon wichtiger genommen wurden. Der Silberne Ski zeichnete zusätzlich den Schnellsten unter den Kindern (Tobias) und unter den Erwachsenen (Manne) aus.

4. Tag: Heftiges Schneetreiben und morgendliche Unlust beim Blick aus dem Fenster. Die Tourengruppe bewies Härte und machte sich auf die Felle. Irgendwann meinte Michi: "Das geht schon" und trommelte seine Truppe zusammen. Langsam rafften sich alle Gruppen auf und stürzten sich ins Schneetreiben. Erst jetzt bemerkten wir den herrlichen Pulverschnee auf der Piste. Die richtige Technik von den Skilehrern gezeigt, wedelten auch die Kleineren in Falllinie den Tiefschneehang runter. Mittags hieß es Lager räumen und um 15:00 packten wir die Rucksäcke auf die Pistenraupe unseres Wirts, der netterweise das Gepäck ins Tal beförderte. Unter der Obhut der Skilehrer meisterten alle die letzte große Abfahrt nach Spitzing. Der Abschied verlief leider etwas hektisch, da alle mit Autos rausschieben und Schneeketten auflegen beschäftigt waren. Gott sei dank meisterten alle die letzte Hürde mit dem Auto ohne Blessuren.

Alles in allem war der Skikurs eine runde Sache und mir hat es sehr gut gefallen - die Arbeit hat sich gelohnt!


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