Branca Hütte
Mai 2018

von Thomas Sigrüner und Elke Weinfurtner

Von Samstag bis Mittwoch waren wir für Skitouren auf der Brancahütte. Wir, das waren Thomas, Max, Erik, Peter, Ralf, Julia und Elke. Wir starteten am Samstagfrüh wie immer am P+R Parkplatz in Raubling. Da die Anfahrt nicht gerade kurz war und das Wetter auch nicht so getan hat, wie wir gedacht hatten, blieb es an diesem Samstag beim Anstieg zur Hütte und Einrichten in den Zimmern.

Am nächsten Tag starteten wir dann aber direkt auf den ersten Dreitausender unseres verlängerten Wochenendes, die Punta San Matteo (3.678m). Dabei ging es gleich zu Beginn vorbei an einem beeindruckenden Gletschermaul, das wir in den folgenden Tagen noch öfter passieren sollten. Etwas erstaunt waren wir auch, als der Neffe der Hüttenwirtin, der uns morgens beim Frühstück noch bewirtet hatte, circa 1,5 Stunden später plötzlich hinter uns auftauchte, an uns vorbeizog und bereits einige Minuten später kaum mehr zu sehen war. Es stellte sich heraus, dass auch das noch öfter passieren würde. Im Laufe unseres Aufenthaltes fanden wir heraus, dass er Skitourenrennen läuft und den Aufenthalt bei der Tante als Trainingslager nutzte. Wir genossen stattdessen unsere Brotzeit am Gipfel, die Sonne und die guten Schneeverhältnisse, sowie abends das von ihm servierte italienische Menü.

Branca Hütte

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Am Montag hieß unser Ziel Monte Vioz (3.645m), dort war der Zustieg von der Wegfindung und der kurzen Kletterei mit Ski am Rücken über einen Übergang geprägt. Da hieß es für uns zuerst am Stahlseil entlang über teilweise vereiste Felsen klettern und dann durch eine kleine Firnwand Stufen treten und geradezu aufwärts klettern. Am Ausstieg angekommen war aber noch lange nicht der Gipfel erreicht. Wir machten also eine kurze Pause, schnallten dann die Ski wieder an und begaben uns in den nächsten Anstieg. Zuerst begleitete uns noch die Sonne, dann zog es aber zu. Am Gipfel und in der Abfahrt hatten wir leider Nebel. Die Klettereinlage, die sowohl im Auf- als auch den Abstieg zu meistern war, war für uns alle aber das Ereignis des Tages und blieb dem einen oder anderen wohl noch einige Zeit in Erinnerung.

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Am Dienstag folgten die beiden Highlight-Gipfel des Wochenendes: Palon de la Mare (3.703m) und Monte Cevedale (3.769m). Der Wettergott war extrem gnädig mit uns, denn der Tag war von Sonnencreme und Pulverschnee geprägt. Zuerst der Anstieg auf den Paron de la Mare, am Morgen noch im Schatten. Aufgrund der Tourenbesprechung vom Vorabend wussten wir alle, wie der Tag laufen würde und waren hoch motiviert. Am Gipfel ein kurzes Päuschen mit etwas Rätselraten, ob das Wetter hält. Dann hieß es auch schon hinein in die Pulverabfahrt, die wir alle mit Jauchzen genossen. An den kommenden Gegenanstieg wollte dort noch keiner denken, der kam jedoch schneller als erwartet. Da wurde es dann auch noch einmal spannend, als wir plötzlich Wumm-Geräusche hörten. Mit genügend Abstand und der nötigen Vorsicht war aber auch dieser Hang zu meistern und so standen wir glücklich und im prallen Sonnenschein am Cevedale-Gipfel. Thomas unser Tourenleiter des Wochenendes hatte noch ein Schmankerl für uns vorbereitet, welches bereits bei der Tourenbesprechung heiß diskutiert worden war. Die Abfahrt erfolgte nicht auf dem Aufstiegsweg (wer möchte schon den Gegenanstieg nochmal machen?), sondern ‚hinten runter‘. Da war es dann gleich ganz schön steil und zu Beginn haben wir ganz kurz den Pulverschnee vermisst. Der Wind hatte ihn wohl weggetragen. Es dauerte aber nicht lange, dann waren wir in einer Traumabfahrt, die uns allen das Zahnpasta-Lächeln ins Gesicht trieb. Das Beste daran war, dass die Abfahrt nicht wie die letzten Tage unterhalb der Hütte endete. An diesem Tag schwangen wir entspannt auf die Rückseite der Hütte zu und unser allerletzter ‚Einkehr-Schwung‘ führte uns direkt vor den Skiraum der Hütte. Ein solcher Tag wurde anschließend natürlich mit Kaffee, Kuchen, Suppe oder Wurst- und Käseplatte auf der Hüttenterrasse abgerundet.

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Da war es auch überhaupt nicht mehr schlimm, dass das Wetter am Mittwoch nicht mehr so ganz mitspielte und wir ohne weiteren Gipfel die Heimfahrt angetreten haben.

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